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Publikation - Fragen an den Arzt: Darmreinigung vor der Koloskopie
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Fragen an den Arzt

Darmreinigung vor der Koloskopie

aus Bauchredner BR2/2004 (Medizin Aktuell)

 

 

Frage eines CED-Betroffenen:

Ich habe gerade eine Koloskopie bei mir durchführen lassen und habe deshalb folgende Fragen: 
Da ich mich durch die Vorbereitungsmaßnahmen stark beeinträchtigt fühlte, bitte ich um Auskunft, ob es eine komprimierte Zusammen- stellung gibt zu dem Thema „Was gibt es für Möglichkeiten zur Darm- reinigung“. Auch von anderen Leidensgenossen höre ich immer wieder Klagen über die Anstrengungen und Belastungen der Darmreinigung vor der Koloskopie.

Aus meiner Sicht sollten folgende Fragen beantwortet werden:

Eine solche Zusammenstellung könnte sicherlich viele Missverständ- nisse aufklären und damit auch dazu beitragen, dass sich wahrschein- lich viele Patienten eher dazu entschließen würden, eine eben doch notwendige hohe Koloskopie durchführen zu lassen."

 

Antwort von Dr. Bernd Bokemeyer, Minden:

Die Koloskopievorbereitung:
    der aktuelle Stand

 

Die hohe Koloskopie, d.h. Spiegelung des Dickdarms durch ein (flexibles) Sichtgerät (Koloskop), ist als primäre Untersuchungsmaßnahme zur Abklärung von Erkrankungen des Dickdarms und des letzten Teils des Dünndarms etabliert.

Ihr Vorteil liegt darin, dass in gleicher Sitzung auch Polypen (gutartige Schleimhautwucherungen) abgetragen und Gewebsproben entnommen werden können. Bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmer- krankungen, hier insbesondere bei Patienten mit einem ausgedehnten Dickdarmbefall bei einer Colitis ulcerosa, ist die hohe Koloskopie als präventive Kontrollmaßnahme sinnvoll, um der Entwicklung von Vor- stufen eines Dickdarmkrebses vorzubeugen. Die Vorbereitung ist dabei von elementarer Wichtigkeit, da nur bei einem sauberen Dickdarm eine hohe Koloskopie mit der geforderten Qualität durchgeführt werden kann. Allerdings sollen die Patienten durch die Vorbereitung nicht wesentlich beeinträchtigt werden und die Vorbereitungsmaßnahmen sollen auch nicht die Gesundheit des Patienten gefährden. Durch die aktuellen Darmreinigungsmethoden vor der Koloskopie sind beide Forderungen, einerseits die möglichst geringe Belastung des Patienten und andererseits die gute Reinigung, zu verbinden. Bezüglich der oben genannten Fragen möchte ich jetzt aus der Sicht des niedergelassenen Gastroenterologen Stellung nehmen.

• Rückblick auf die Entwicklung von Verfahren zur
    Darmreinigung

Von Nagasako, Tajima und Watanabe wurde 1970 die erste hohe Koloskopie beschrieben. Damals bestand die Vorbereitung in einer zwei- oder mehrtägigen flüssigen Kost in Kombination mit Abführmitteln, z.B. mit Bisacodyl (Dulcolax®) oder Sennesblätterextrakten, die eventuell noch zusätzlich mit einem Klysma direkt vor der Untersuchung kombiniert wurden.

1976 entwickelte Levy die salinische Lavage (eine Spülung mit einer salzhaltigen Flüssigkeit), die eine deutlich bessere Reinigung des Darms erbrachte. Probleme bereitete aber häufig eine Flüssigkeitsresorption, die zu einer Wasserüberladung des Körpers während der Vorbereitung mit entsprechenden Nebenwirkungen führen konnte. Später wurde die „sweef"-Lavage mit Mannitol (ein Zuckeraustauschstoff, der in der Herstellung von zahnschonenden Bonbons und Kaugummis verwendet wird) entwickelt. Es fand sich gleichfalls ein guter Reinigungseffekt bei einem deutlich besseren Geschmack im Vergleich zur Salzlösung der salinischen Lavage.
Es kam aber in Einzelfällen bei der Entfernung der Polypen (Polypek- tomie) zu Gasexplosionen, weshalb diese Vorbereitungsform wieder verlassen wurde.