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| Publikation - Kampf dem Darmkrebs |
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Kampf dem Darmkrebs
von Dr. med. Bernd Bokemeyer, Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis, Minden
Dickdarmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Krebstodesur- sache. Die Krebsneuerkrankungsrate ist, bezogen auf beide Geschlech- ter, im Vergleich zu anderen Karzinomen am höchsten. Über 70.000 Personen erkranken in Deutschland jährlich neu. Eine Zahl, die die Relevanz dieses Themas für jeden Einzelnen unterstreicht.
Zur Darmkrebsvorsorge wird seit vielen Jahren der Hämoccult-Test eingesetzt. Die Effektivität dieser Untersuchung liegt in großen Studien bei einer signifikanten Reduktion des Darmkrebsrisikos um über 20 Prozent. Nachteil ist die geringe Spezifität mit vielen falsch positiven und falsch negativen Untersuchungen. Neuere Stuhltests (immunolo- gischer Stuhlbluttest, M2PK-Test) könnten Vorteile bringen, die sich jedoch durch die höheren Kosten teilweise auch wieder aufbrauchen. Ob sie einen echten Fortschritt bedeuten, müssen größer angelegte Untersuchungen erst beweisen.
Effektiver ist die hohe Koloskopie mit einer deutlich höheren Sensitivität und Spezifität zur Auffindung von Tumorvorstufen, wie Adenomen, und von kolorektalen Karzinomen. Man geht davon aus, dass eine Vorsor-ge-Koloskopie alle zehn Jahre die Karzinomrate um über 70 Prozent senkt. Aufgrund dieser Daten wurde in Deutschland 2003 für alle Patienten ab dem 56. Lebensjahr kostenfrei die Vorsorge-Koloskopie eingeführt, die bei sonst unauffälligen Befunden nach zehn Jahren wiederholt werden sollte. Die aktuellen Daten zur Vorsorge-Koloskopie dokumentieren die hohe Effektivität dieser Untersuchung. In knapp einem Prozent der Untersuchungen fanden sich bereits invasive Kolonkarzinome, bei 20 Prozent Adenome, die in der gleichen Sitzung abgetragen wurden. Damit wurde eine effektive Karzinomprophylaxe vorgenommen.

