Nun stellt sich die zweite Frage: Freizeitoder Leistungssportler? Das hängt zuerst einmal von der persönlichen Verfassung ab. Wer fit ist, kann in Absprache mit seinem Arzt auch Leistungssport betreiben. Generell gilt: falscher Ehrgeiz ist aber unangebracht. Im Krankheits- schub brauchen Patienten vor allem eines: Ruhe! Die individuellen Leistungsgrenzen müssen dann nach erreichter Remission vorsichtig ausgelotet werden. Patienten, die sich bereits einer Operation im Bauchraum unterzogen haben, sollten Sportarten meiden, die die Bauchmuskulatur zu stark beanspruchen.
Darüber hinaus kann es durch die Therapie mit Kortisonpräparaten oder hohe Krankheitsaktivität bereits in frühen Jahren zu einer verringerten Knochendichte (Osteoporose) gekommen sein. Für diese Patienten ist es gerade wichtig, dass sie Sport treiben, um der Osteoporose entgegen zu wirken und um das erhöhte Knochenbruch- risiko zu verringern. Was gibt es für Alternativen? Wer z.B. nicht gut Joggen kann, der sollte es aber unbedingt einmal mit leichtem Walking probieren, am besten gemeinsam mit Freunden.
Entspannende Sportarten wie Qigong und Tai Chi verbinden sportliche Anstrengungen mit Erholungsphasen und verbessern so den gesund- heitlichen Status, indem sie einen positiven Einfluss auf das Immun- system ausüben und die mentale Ausgeglichenheit stabilisieren. Um mit diesen Methoden gesundheitliche Erfolge zu erzielen, braucht man allerdings einen Lehrer. Qigong aus Büchern zu lernen ist recht schwer bis unmöglich. Ähnliches gilt für Tai Chi, das auch chinesisches Schattenboxen genannt wird. Hier werden Bilder durch fließende Bewegungen dargestellt. Besonders in westlichen Ländern tritt der Kampfkunstaspekt vielfach hinter den gesundheitlichen Aspekt zurück. Aus diesem Bewegungsgebiet gibt es auch noch weitere Anwen- dungen, wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder Autogenes Training.
Letztlich erscheint es nicht von großer Relevanz zu sein, welche Sportart man betreibt. Es ist nur wichtig, dass die sportliche Betäti- gung Spaß macht und so neben den wichtigen positiven Einflüssen der Bewegung, insbesondere auch auf die Osteoporose, daneben einen psychisch ausgleichenden und entspannenden Effekt hat. Jeder sollte dies im Rahmen seiner Möglichkeiten versuchen. Trauen Sie sich! Sie können als CED-Patient von der angepassten sportlichen Betätigung nur profitieren.
Viel Spaß bei Ihrer sportlichen Betätigung!
aus: syncrohn, Newsletter Ausgabe 2, Frühjahr 2008
Herausgeber: Abbott GmbH & Co. KG

